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Vaclav Pozarek - Sechnzehn Formen und mehr
Kleine Präsentation in der Reihe «Passagen» im Vestibül des Kunstmuseums Bern
Ausstellung: 9.Juli - 17. Oktober 2010 Eröffnung: Do. 8. Juli 2010, 18.30 Uhr
Das Kunstmuseum Bern verfügt über eine vielfältiges Konglomerat an Skulpturen, Installationen, Zeichnungen und Fotografien von Vaclav Pozarek. Eine kleine Präsentation im Vestibül anlässlich des 70. Geburtstages gibt Einblick in das Schaffen des seit 1968 in Bern wohnhaften Exiltschechen. Die Schau «Sechzehn Formen und mehr» umfasst eine Serie von Schwarzweiss-Fotografien aus den Beständen der Hermann und Margrit Rupf-Stiftung sowie eine grössere Installation, die Pozarek eigens für den Ort ausgewählt hat. Der Künstler reagiert mit der mehrteiligen Arbeit auf den Raum, der geprägt ist von Türen, Durchgängen und Treppen und der vielleicht weniger zur musealen Kontemplation als zum Passieren einlädt. Dabei ist gerade das Motiv der Türen und Wandöffnungen in Pozarek's Oeuvre nicht fremd, taucht es in den verschiedensten Arbeiten immer wieder auf. Sowieso, das Thema der Wiederholung, des Seriellen und der Variation gehören zu seinen Arbeitsprinzipien, die zwischen Minimal Art, Konstruktivismus und Konzept anzusiedeln sind. Entsprechend konsequent ist es denn, dass sich die «Sechzehn Formen» gerade an diesem Ort den Besuchern in die Quere stellen und das schnelle Durchgehen verunmöglichen. Die nach einem System in Reihen aufgestellten geometrischen Hohlkörper scheinen den Raum zu besetzen und neu zu definieren. Trotz ihrer Präsenz wirken die Skulpturen jedoch durch ihre Materialität (Fiberglas) fast transparent und zerbrechlich, ja, vielleicht wie säuberlich aufgereihte Bruchstücke Brancusi’s endloser Säule. Volumen, Oberflächen und Reihungen werden schliessslich auch in den Fotografien thematisiert, die während Pozarek’s Reisen durch Italien oder Tschechien entstanden sind. Fassaden mit Gesimsen und Quadern erscheinen hier ebenso greifbar und skulptural wie etwa eine Marmorbüste oder eine Tabakpfeife. Im Rahmen der für Herbst 2011 geplanten Ausstellung der Neuerwerbungen der Hermann und Margrit Rupf-Stiftung werden weitere Arbeiten von Vaclav Pozarek im Kunstmuseum Bern zu sehen sein.
Vaclav Pozarek wurde 1940 in Ceské Budejovice (Budweis) geboren und lebt seit 1968 in der Schweiz. Er studierte an der Filmakademie Prag Filmregie (1965-1966). 1969-1971 Studium an der Hochschule der Bildenden Künste in Hamburg, 1971-1973 Studium an der St. Martin’s School of Art in London.
Letzte Ausstellungen (Auswahl): 2010 Galerie Kornfeld (zusammen mit Balthasar Burkhard u. Albrecht Schnyder); 2007 Kunsthaus Glarus; 2005 Kunsthalle Bern (KLEX); 2004 Kunstmuseum Winterthur (Katalog); 1995 Aargauer Kunsthaus Aarau (Katalog); 1988 Kunsthalle Bern (mit Franz West), 1993 Kunsthalle Palazzo Liestal.

Vaclav Pozarak, Ohne Titel (Signora Strozzi), 1998 s/w Fotografie, 50,6 x 35,7 cm